Bericht der NGZ vom 2.2.2017

Abgeordnete wollen sich für Hemmerden einsetzen

Im Fall des Lärmschutzes, den der Dorfgestaltungsverein Hemmerden entlang der Autobahn 46 fordert, hat es erste Reaktionen gegeben. Der Landtagsabgeordnete Rainer Thiel (SPD) will sich bei NRW-Verkehrsminister Michael Groschek für die Belange der Bürger einsetzen. (NGZ wilp)

Der Dorfgestaltungsverein ist nicht gegen den geplanten Ausbau der Autobahnraststätte Vierwinden-Nord. Die Mitglieder um Doris Tietz befürchten allerdings, dass es in dem ohnehin schon weitgehend lärmgeplagten Ort noch lauter werden könnte, sobald die 90 neuen Lkw-Parkplätze fertiggestellt sind. Außerdem fordern sie zusätzliche Sanitäranlagen für die Trucker, denn Toiletten und Duschen sind in der Planung nicht vorgesehen.

"Das ist unwürdig für die Fahrer, die dort künftig ihre Nächte verbringen werden", sagt Rainer Thiel: "Es darf nicht so weit kommen, dass sie demnächst mangels Toiletten in die Büsche ausweichen." Der Abgeordnete will sich aber nicht nur für weitere Sanitäranlagen einsetzen, auch in Sachen Lärmschutz möchte er im Düsseldorfer Landtag nachhaken und für geeignete Maßnahmen werben. "Die Forderungen der Hemmerdener nach einer durchgezogenen Lärmschutzwand sind nachvollziehbar", sagt Rainer Thiel: "Es muss zu einer vernünftigen Lösung für die Bürger kommen." Versprechen könne er die allerdings nicht.

Auch bei Straßen NRW will Thiel einen Termin vereinbaren. "Der Dorfgestaltungsverein war unzufrieden, wie der Landesbetrieb mit seinem Anliegen umgegangen ist", meint der Abgeordnete: "Die Mitglieder hatten das Gefühl, dass sie mit ihrer Forderung nicht richtig ernst genommen wurden."

Auch der Landtagsabgeordnete Lutz Lienenkämper (CDU) hat auf den Hilferuf aus Hemmerden reagiert. Er hat dem Verein empfohlen, auf eine Neubewertung der Lärmwerte zu drängen. Die Forderung nach zusätzlichen WC-Kapazitäten sei nachvollziehbar, sagt der ehemalige NRW-Verkehrsminister: "Jeder, der vernünftig tickt, muss das in die Planungen mit einbeziehen."

Das Büro von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat sich ebenfalls gemeldet. Allerdings nur mit dem Hinweis, dass der schriftliche Hilferuf aus Hemmerden an Minister Groschek weitergeleitet wurde. "Schade", sagt Doris Tietz: "Wir hätten gerne Unterstützung von höchster Stelle gehabt."